Die ideale Reisekamera

Als Fotograf bin ich im Besitz verschiedener Kameras. Seien es analoge, DSLR oder Systemkameras. Doch vor jeder Reise stelle ich mir eine Frage: „Welche Kamera soll mich auf der Reise begleiten?“. In diesem Post erläutere ich wie ich mich auf meinen letzten Reisen entschieden habe.

 

Vorweg: Ich werde nicht auf die vielen verschiedenen Systeme, welche auf dem Markt verfügbar sind eingehen. Ich beschränke mich auf mein persönliches Sortiment.

Jedes mal – kurz vor Abreise – führe ich einen inneren Kampf. In meinem Kopf wäge ich Vor- und Nachteile der einzelnen Kameras ab. Meistens entscheide ich mich für eines von zwei Modellen. Entweder die Canon 5D Mark III oder die Fujifilm X-E1.

Diese Unterscheiden sich hauptsächlich bei folgenden Punkten:

  • Gewicht
  • Sensorgrösse (Full-Frame oder APS-C)
  • Lichtempfindlichkeit und Rauschverhalten
  • mein eigenes Zubehör (Bei der DSLR bin ich sehr gut ausgerüstet. Für die X-E1 habe ich nur ein 35mm 1.4 Objektiv)

Systemkamera oder DSLR

Um es kurz zu machen. Auf meinen letzten Reisen habe ich mich immer für die kleinere und leichtere Fujifilm X-E1 mit der Festbrennweite von 35mm entschieden. Wenn ihr mich fragt warum würde ich euch wohl genau eine Antwort geben – das Gewicht. Meine letzten Reisen waren allesamt Städtereisen. Kiev, Prag, Wien, London, New York und Istanbul. Man könnte meinen dass hier ein Weitwinkel ganz praktisch wäre. Und glaubt mir – ich habe mir nur all zu oft so eines herbeigesehnt.

Warum denn nicht die DSLR? Normalerweise kann ich mich nicht mehr zurück halten wenn ich mich für die DSLR entscheide. Dann kommt nicht nur der Body mit dem Weitwinkel-Zoom in den Rucksack. Dann wird auch das Tele sowie der Blitz und das Stativ eingepackt. Das ganze resultiert dann in einem prall gefüllten Foto-Rucksack den man täglich mit sich rumschleppt. Am Ende braucht man das mitgenommene Equipment nicht soviel wie man sich das eigentlich gedacht hat.

Festbrennweite Vor- oder Nachteil?

Eine Festbrennweite ist ein Segen sowie ein Fluch! Die Abbildungsqualität von Festbrennweiten ist in den meisten Fällen unglaublich gut. Bei dem Fujinon 35mm f1.4 (50mm Äquivalent) hat Fujifilm einen exzellenten Job gemacht. Die Linse ist in Kombination mit der X-E1 einfach nur Gold wert. Die grosse Blendenöffnung zaubert auch bei Dämmerlicht noch wundervoll farbig und prächtige Aufnahmen auf den Sensor.

50mm ist in der Tat nicht wirklich die beste Brennweite für Reisefotografie. Oft bin ich damit an Grenzen gestossen. Gebäude oder Strassenszenen die ich nicht vollumfänglich einfangen konnte. Dies ist somit anfangs ganz klar ein Nachteil. Dies hat mich aber auch dazu gezwungen ausserhalb meiner Komfortzone neue Perspektiven und Ansichten zu suchen, resp. zu finden. Dieses verlassen meiner Komfortzone betrachte ich nach diesen vielen Reisen wiederum als einen grossen Vorteil. Dadurch sind Bilder entstanden die ich mit meiner gut ausgerüsteten DSLR nie gemacht hätte. Natürlich gilt dies auch in die andere Richtung. Bilder die ich gemacht hätte sind so nie zustande gekommen.

Persönlich profitiere ich jedoch sehr von der festen Brennweite.

Full-Frame!?

Full-Frame Kameras bieten durch die Sensorgrösse ein extrem gutes Rauschverhalten. Bilder bis ISO 12800 machen doch noch einiges her und rauschen schon lange nicht mehr so wie früher. Das Bokeh und die Tiefenunschärfe ist fast unschlagbar und man muss nicht ständig die Brennweite umrechnen. APS-C Sensoren haben sich in dieser Zeit auch weiterentwickelt und können je länger je mehr mit ihren grossen „Brüdern“ mithalten. Persönlich hat mich die Qualität der Fujifilm X-E1 mehr als überzeugt.

Der Haken?

Es muss doch einen Haken geben denkt ihr euch. Die kleine Systemkamera muss doch irgendwo Abstriche gegenüber der grossen DSLR haben. Und dem ist auch so. Die Fujifilm X-E1 hat im Gegensatz zur DSLR einen sehr langsamen Fokus. Manchmal verpasst man schon einen Schnappschuss. Ebenso ist der elektronische Viewfinder eine Gewöhnungssache. Dieser ist vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen nicht brauchbar. Aber auch hier gewöhnt man sich daran, sofern man dazu gewillt ist. Die Nachfolgemodelle X-E2 sowie X-T1 sind schon wieder einen Schritt weiter. Der Fokus der X-E2 soll hervorragend sein, was ich selbst aber noch nicht testen konnte.

Fazit

Am Ende ist es jedes mal ein Kampf welche Kamera ins Gepäck kommt. Vermutlich werde ich auch in Zukunft auf die Gewichtssparende Variante setzen, denn die Bilder die ich mit nach Hause gebracht haben sind allesamt wunderbar und für mich persönlich vergleichbar in der Qualität einer grossen und schweren DSLR. Mit der Fujifilm X-E1 habe ich für mich meinen persönlichen Favoriten für Städtereisen gefunden.

Beispiele

Damit ihr euch noch ein Bild verschaffen könnt was man mit einer Festbrennweite und dem APS-C Sensor alles so anstellen kann, habe ich noch ein paar Beispiel-Bilder bereitgestellt.

Architektur

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Street

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Saft

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City- und Landscape

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KlöntalerseeStreet / Portrait

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Details

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8 comments

  1. Andreas Lanz says:

    Hallo Boris

    Interessante Gedanken in deinem Artikel. Ich beschäftige mich zur Zeit auch mit dieser Frage… Nur dass ich mich mit einer CSC mit noch etwas kleinerem Sensor befasse (Lumix GX7).

    Ich denke oft, es kann auch heilsam sein, Bilder nicht mit nach Hause zu bringen, die man (mit grösserer Ausrüstung) gemacht hätte. Wir müssen lernen, uns an den Bildern zu freuen, die wir gemacht haben, und uns nicht über die zu ärgenr, die wir nicht gemacht haben, oder? ;-)…

    Liebe Grüsse
    Andreas

  2. Ich bin einen Schritt weiter gegangen und habe meine DSLR Ausrüstung sogar verkauft und laufe nur noch mit einer kleinen APS-C Kamera herum, die eine fixe Brennweite hat: 18mm (28mm äquivalent). Beispiele der Resultate mit meiner Ricoh GR findet ihr hier: http://500px.com/RalphBassfeld
    Das schöne an dieser Kamera ist, dass ich mehr Einstellungs- und Programmiermöglichkeiten habe als meine alte Nikon D90

  3. Simon says:

    Hi Boris

    Ich habe zwei Weltreisen gestartet, erstmals mit der 5D mii und allem, was dazu gehört, Stativ, Weitwinkel, Zoom (oh Mann 70-200 2.8, ein Brocken!), das zweite Mal die X-Pro1 von Fuji.

    Ich werde oft nach Rat gefragt, kann da aber niemandem die richtige Antwort geben. Ich für mich habe eine Lösung mit der X-Pro1 gefunden. Man geht unheimlich viele Kompromisse ein, aber ich nehme sie einfach öfter mit und das ist für mich mit keinem „noch so vollen-“ Format-Sensor aufzuheben.

    Aber ja, ich habe trotzdem sehr oft gedacht, jetzt wäre die 5D toll. Speziell wenn es um Geschwindigkeit beim Starten oder Fokussieren geht.

    Es muss einfach jeder für sich selbst rausfinden, welche Kamera die beste Begleiterin für welche Situation ist.

    Liebe Grüsse, Simon

  4. Pingback: WELS #08 - Migu

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