Das Vorbereitungsgespräch zwischen Hochzeitsfotograf und Brautpaar – Teil 1

Für Brautpaare ist es heute schwierig aus der grossen Masse den passenden Hochzeitsfotografen zu finden. Zur Entscheidungsfindung gehört auch ein Gespräch zwischen dem Hochzeitsfotografen (dir) und dem Brautpaar. In einem persönlichen Gespräch besteht die Möglichkeit sich gegenseitig besser kennen zu lernen – Sympathie spielt in der Hochzeitsfotografie eine unglaublich grosse Rolle. Ebenso kannst du dem Brautpaar wichtige Tipps mit auf den Weg geben, die Sie in der weiteren Planung ihrer Hochzeit gut gebrauchen können.

Dies ist Teil 1 meiner mehrteiligen Serie über das Vorbereitungsgespräch zwischen dem Hochzeitsfotografen und dem Brautpaar. Diese Serie beinhaltet nicht nur Tips für dich als Fotograf, sondern auch Denkanstösse  und Hinweise für das Brautpaar.

Die Grundlage für einzigartige Hochzeitsbilder liegt in dem Vertrauen und der Sympathie welche ein Brautpaar in den Hochzeitsfotografen legen kann. Es muss davon überzeugt sein dass du als Fotograf in der Lage bist alle Wünsche erfüllen zu können.

Kennst du das Brautpaar kennst du die Hochzeitsgesellschaft

Gentlemen
Foto: Boris Baldinger

Mit diesem Spruch lehne ich mich ziemlich weit aus dem Fenster. Doch meine Erfahrungen aus den letzten Jahren zeigen mir dass dies in den allermeisten Fällen zutrifft. Bei dem persönlichen Gespräch hat man die Möglichkeit sich Gegenseitig besser kennen zu lernen. Man kann, darf und soll persönliche Fragen stellen. Zwischendurch ein auflockernder Spruch oder ein Witz zeigt wie das Brautpaar tickt. Du kannst davon ausgehen dass die Familie und die Freunde ähnlich gestrickt sind. Wenn du also einen guten Draht zum Brautpaar aufbauen kannst, wird dir das mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit auch bei der Hochzeitsgesellschaft gelingen. Versuche während des Gespräches immer wieder auf die persönliche Ebene zu kommen. Gebe auch etwas von dir Preis. Geschichten über dich, deine Familie oder deine Arbeit als Hochzeitsfotograf ermöglichen dem Brautpaar auch hinter deine Fassade zu blicken.

Der Zeitplan

The future
Foto: Boris Baldinger

Eine Hochzeit zu planen bedarf schon fast einem Vollblut-Projektmanager – nicht ohne Grund gibt es den Berufsstand des Hochzeitsplaners. Verheiratete Paare wissen von was ich spreche. Der Fotograf ist nur einer von vielen Punkten an die gedacht werden müssen. Der Zeitplan wird darum zu einem der wichtigsten Planungsinstrumente für das Brautpaar und alle Beteiligten. Folgende Informationen sollten auf einem guten Ablaufplan verfügbar sein:

  • Genaue Zeiten – Wann befindet sich wer wo? Wo bereiten sich die Brautleute vor. Ab wann muss du wo sein?
  • Adressen der Locations – So findest du auch zum Ziel wenn du mit deinem eigenen Auto unterwegs bist.
  • Die Telefonnummern aller Beteiligten – Falls etwas unvorhergesehenes dazwischen kommt.
  • Geheime Aktionen und Beiträge – von denen das Brautpaar allenfalls nichts weiss – Hier musst du dich an die Trauzeugen wenden um einen angepassten Zeitplan zu erhalten.

Des weiteren kann man dem Brautpaar folgende Tipps für den Ablauf geben

  • Der Hochzeitstanz sollte der letzte offizielle Akt vor der Party sein. Wenn man nach dem Hochzeitstanz noch einmal eine Pause einlegt um zum Beispiel die Hochzeitstorte anzuschneiden, ist es nachher schwierig die Gäste wieder auf Hochtouren zu bringen.
  • Das Brautpaar sollte genügend Zeit für das Brautpaarshooting einplanen. Die meisten stehen das erste mal „so richtig“ vor der Kamera – dies führt dazu dass man etwas mehr Zeit benötigt bis man sich gefunden hat und das Brautpaar sich entspannen kann. Ebenfalls brauchst du auch einen Moment um dich auf die Umgebung und das Brautpaar einzustellen.
  • Ebenso wichtig ist es zu entscheiden wann das Brautpaarshooting stattfinden soll. Vor oder nach dem Trauakt. Hier gilt es zu bedenken dass ein Shooting nach dem Trauakt dazu führt dass die Gäste am Apero weniger vom Brautpaar haben.
  • Wenn die Hochzeit an verschiedenen Orten stattfindet muss man genügend Zeit einplanen damit die Gäste (und auch du) ohne Stress von A nach B kommen können. Hier spielt es keine Rolle ob die Gäste mit den eigenen Fahrzeugen oder mit einem Reisebus zur neuen Location gelangen. Kommen viele Menschen an einem Ort zusammen braucht es immer etwas Zeit bis die „Masse“ sich in Bewegung gesetzt hat.
  • Gruppenfotos mit der Familie, den Freunden, den Clubs und der Firma werden oft gewünscht. Was dabei ebenso oft unterschätzt wird ist der zeitliche Aufwand der damit verbunden ist. Familie und Freunde sind überall verteilt – es ist eine herausfordernde Aufgabe diese zu finden und zum Brautpaar und dem Fotografen zu bringen. Diesen Prozess kann man optimieren indem man alle Gäste informiert dass Sie noch für Gruppenbilder bereit stehen sollen. So kennen die Gäste bereits ihre Pflichten und können sich darauf einstellen.

Wer ist wer?

Flowers and Ring
Foto: Boris Baldinger

Damit du dich auf die wirklich wichtigen Leute konzentrieren kannst ist es von Vorteil wenn das Brautpaar oder die Trauzeugen dir noch kurz die Familie, die nähere Verwandtschaft und die Freunde zeigt welche für das Brautpaar von grosser Bedeutung sind. Hier ist es wichtig dass du dir die Namen merken kannst. Dies hilft dir im Verlauf des Tages eine Beziehung zu den Gästen aufzubauen. Auch bei Gruppenbildern kannst du so den einen oder anderen Spruch direkt an eine Person adressieren und somit die Gäste zum lachen bringen.

Location, location.., LOCATION!

Contrasts
Foto: Boris Baldinger

Ein wirklich unberechenbarer Faktor an einer Hochzeit ist das Wetter. Eines ist aber sicher – ob Sonnenschein oder strömender Regen – ungeachtet der Wetterverhätlnisse – es kann schöne Bilder geben! Man muss sich nur darauf vorbereitet haben. Weise das Brautpaar darauf hin dass es unbedingt Locations für beide Fälle suchen soll. Natürlich besteht auch die Möglichkeit bei Regen wundervolle Aussenaufnahmen zu machen. Dazu braucht es nur einen, nein zwei Regenschirme. Einen für das Brautpaar und einen für dich. Am besten kommt gleich noch ein Trauzeuge mit der dir den Schirm des halten kann, damit du frei arbeiten kannst.

Du kannst das Brautpaar auch darauf Hinweisen dass es ihr persönliches Netzwerk aktivieren kann um schöne Locations zu finden. Facebook, Twitter und andere soziale Netzwerke können dabei auch eine Hilfe sein. Du kannst natürlich auch mit deiner Erfahrung als Hochzeitsfotograf schon Locations vorschlagen an denen du bereits fotografiert hast.

Damit du dir auch ein Bild der Locations machen kannst wäre es von Vorteil wenn du diese bereits gesehen hast. Dies kannst du machen in dem du persönlich vorbei gehst oder dir Bilder der Locations zustellen lässt (oder danach suchst).

Da ist noch mehr!

Mit den Hinweisen zu den Locations schliesse ich diesen Teil der Serie ab. Im nächsten Teil widme ich mich den Vorbereitungen, dem Brautpaarshooting und dem Trauakt.

 

 

 

5 comments

    • Boris says:

      Merci für dein Kompliment Andri. Ich bin froh dass ich kein zweites mal kommen kann =)
      Betreffend Copter Cam komme ich gerne auf dich zurück falls es das mal braucht.

  1. Stephan says:

    Wow. Merci. Habe selber einige wenige Hochzeiten (4) fotografiert (recht erfolgreich) und weiss, wie viel Vorbereitung Wert ist. Meine Ergänzungen:
    – Am Hochzeitstag werden Braut&Bräutigam GEFAHREN, sie fahren nicht selber zum Coiffeur etc. Zu nervös/gefährlich. Die Planung wird halt streckenweise zum Drehbuch: Wer fährt wen womit (!) wann wohin… Und: Bräute beamen zählt nicht!
    – Ich habe immer das Shooting VOR dem Trauakt empfohlen: Brautpaar hat Zeit für sich, nach der Trauung geht es eh nur wie ein Film für die. Fotograf kann Regie führen. Und sie separat und ruhig zu haben ist schwierig. Shooting mit mehreren Fotografen nur nach guter Absprache, es machen NIE beide gleichzeitig Bilder (auch nicht Schwiegerväter, Geschwister. So wenig Leute wie möglich dabei haben). Am schlimmsten: Shooting mit der halben Gesellschaft…. Das Brautpaar weiss nicht mehr, auf wen es hören soll: Fotograf, Schwiegermutter/-vater…
    – Brautbeträuerin bestimmen (ev. Trauzeugin): Die füttert sie, gibt ihr zu trinken, geht mit ihr aufs WC, trägt der Braut ihr Schminkzeugs nach.
    – Da ich (+Brautläute) kein Profi bin, habe ich wenn immer möglich ein paar Wochen vorher mit denen die mögl. Locations angeschaut und Probebilder gemacht, inkl. Posingtipps. Kam noch gut an.
    – Kurzfristige Anfragen (oh, könntest du noch ein paar Fotos machen…) kann ich leider nicht machen. Ich habe auch schon so abgesagt, indem ich meine Kamera (pro forma) einer Kollegin ausgeliehen hatte an dem Tag.
    Pack‘ doch Teil 1+2+.. in ein PDF und verkauf es als E-Book!
    Merci und Gruss
    Stephan

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