Kamera versus Smartphone

Smartphone Business-Portraits? Geht das?

„Nein nein, wir brauchen keinen professionellen Fotografen. Wir machen unsere Business-Portraits mit dem Smartphone. So können wir viel Geld sparen und haben keine Probleme bei der Terminfindung.“

Du schaust lieber ein Video? Am Ende des Beitrages findest du das Video zu diesem Artikel.

Habt ihr das bereits einmal so miterlebt oder selbst gesagt oder gedacht? Ist das wirklich so, dass man bei der heutigen Qualität der Smartphone-Kameras keinen professionellen Fotografen mehr braucht? Dieser Frage möchte ich heute gemeinsam mit euch nachgehen.

Ist das Smartphone die beste Kamera?

Die beste Kamera ist jene, die man immer dabei hat. Und bei vielen Menschen ist dies heute die Smartphone-Kamera. Diese macht unheimlich gute Fotos und das Smartphone hilft mit der sogenannten „Computational Photography“ noch etwas nach, das Bild zu optimieren. So entsteht schnell das Gefühl, dass man Business-Portraits für die Webseite, das Social Media Profil oder die Bewerbung „mal schnell“ mit dem Handy schiessen kann.

Doch genügt ein Handy Bild dem/deinem Standard? Gibt es Tipps und Tricks, wie die Smartphone Bilder noch besser werden?

Gerne zeige ich euch anhand von drei Beispielen, wie ihr das Beste aus eurem Smartphone herausholt. Ebenso zeige ich euch, wie sich diese Bilder im Vergleich zu professionell erstellten Portraits schlagen.

Das Vorgehen

Ich habe drei reale Szenarien für euch vorbereitet. Dabei zeige ich euch jeweils folgende Varianten:

  • Ein unbearbeitetes Smartphone Bild, welches keinerlei Wert auf die Bildgestaltung legt
  • Ein bearbeitetes Foto von der Smartphone Kamera, welches im Portrait-Modus aufgenommen wurde
  • Ein bearbeitetes Portrait vom Fotografen mit einer professionellen Kamera aufgenommen

Rahel Vils, ihrerseits UX- und Interaction-Designerin sowie Founderin des UX Brunch Zürich, hat sich zur Verfügung gestellt mit mir diese Szenarien auszutesten.

Situation 1: Outdoor

Am Tag des Shootings war es sehr sonnig mit einigen Wolken. Das hat dazu geführt, dass die Sonne einen Moment auf uns niedergebrannt hat und wir im nächsten Moment, fünf Minuten später, bei sehr diffusem Licht fotografierten.

Diese Situation erschwert es uns mit Tageslichtaufnahmen über eine längere Zeit und verschiedenen Menschen ein reproduzierbares Resultat zu erzielen. Das funktioniert weder mit dem Smartphone noch mit der Kamera. Handelt es sich dabei lediglich um ein Einzelportrait, kann man das gut so machen.

Wie ihr seht, habe ich mir beim ersten Bild weder bei der Komposition, noch mit den Anweisungen an Rahel Mühe gegeben. Das führt zu einem sehr unruhigen und für mich unbrauchbaren Resultat.

Für das zweite Beispiel stellte ich Rahel nur ein paar Meter weiter Links vor eine Wellblech-Wand. Danach aktivierte ich den Portrait Modus und gab Rahel einige Anweisungen zum Posing und ermutigte sie ein wenig zu schmunzeln und lächeln. Durch die Computational Photography des Handys löst sie sich bereits bedeutend besser vom Hintergrund.

Für das Portrait mit der Kamera entschied ich mich wieder dafür, den Bürokomplex als Hintergrund zu nutzen. Mit der professionellen Kamera und dem Objektiv kann ich Rahel besser vom Hintergrund lösen und die dadurch entstehenden Linien als Rahmen verwenden.

Qualitätsunterschiede

Betrachten wir einen näheren Ausschnitt sehen wir schnell grössere Unterschiede. Wir sehen aber auch, dass das Smartphone bei genügend Licht gute bis sehr gute Resultate liefert.

Situation 2: Fensterlicht

Einfacher wird es, wenn man mit Fensterlicht arbeitet. Dieses kann unter Umständen besser eingeschätzt und genutzt werden. Dabei musst du unbedingt darauf achten mit dem Licht zu arbeiten und nicht im Gegenlicht.

Moderne Smartphones besitzen zwar eine HDR (High Dynamic Range) Funktion, welche versucht den Vorder- und Hintergrund gleichmässig zu belichten und zu kombinieren. Dies funktioniert meist sehr gut, bringt teilweise aber Qualitätseinbussen mit sich.

Um mit dem Licht arbeiten zu können stellt sich das Model also vor das Fenster. Der Blick ist immer zum Fenster gerichtet. Ihr selbst platziert euch so am Fenster, dass ihr einen schönen Ausschnitt wählen könnt.

Hier noch einmal der Vergleich der Qualität.

Situation 3: Kunstlicht

Wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, erstellt ihr das Portrait komplett mit Kunstlicht. Das kann in einem geschlossenen Raum ohne Fester sein, oder ihr schliesst einfach die Läden. Der Vorteil – Ihr könnt dieses Licht immer und immer wieder reproduzieren. So erstellt ihr über längere Zeit ein homogenes Resultat.

Der Nachteil dabei ist, dass Smartphones mit wenig Licht eine merklich schlechtere Bild-Qualität liefern. In dieser Situation bin ich als Fotograf mit meinem Equipment klar im Vorteil. Die Reproduzierbarkeit ist in jedem Fall gewährleistet.

Der Unterschied zwischen dem Smartphone Standard und dem Portrait Modus hält sich bei diesem neutralen Hintergrund in Grenzen.

Schauen wir uns auch hier die grösseren Ausschnitte an

Fazit

Ein abschliessendes Urteil über die Qualität der Fotos überlasse ich gerne euch. Ihr dürft selbst entscheiden, ob ein Smartphone Foto eurem Standard entspricht oder nicht. Ich selbst bin positiv überrascht, wie gut die Portrait Modus Bilder vom Smartphone bei Tageslicht tatsächlich sind.

Was ein Handy aus meiner Sicht nicht ersetzen kann, ist die Erfahrung eines Fotografen im Bereich der Bildkomposition sowie der späteren Bildoptimierung und den Umgang mit dem Menschen.

Falls euch die Qualität der Handy-Fotos nicht genügen sollte, bin ich gerne für euch da. Ich begleite euch beim Brainstorming, der Planung, der Ausführung sowie der Nacharbeit von einem Foto-Projekt.

Um heraus zu finden, wie du zu besseren Business-Portraits für dein Unternehmen kommst, kannst du dir auch meinen Leitfaden herunterladen.

3 Tipps für Smartphone Portraits

  • Arbeitet nie im Gegenlicht – arbeitet MIT dem Licht
  • Nutzt die im Gerät verbauten Möglichkeiten wie z.B. den Portrait Modus vom iPhone
  • Legt einfach los – Mit jedem Portrait das ihr schiesst, werdet ihr ein bisschen besser

Smartphone Photography Workshop

Für einen individuellen Workshop zum Thema Business-Portraits mit dem Smartphone meldet euch über das Kontaktformular, Mail oder Telefon.

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